Nach der Schule in den Hort

Wenn Sie beruflich eingespannt sind, benötigen Sie eine Nachmittagsbetreuung für Ihr Kind. Hier erfahren Sie alles rund um den Hort.

Betreuung und Bildung im Hort

Beim Hort werden je nach Öffnungszeiten der Frühhort, der normale Hort und der Späthort unterschieden. Der Frühhort öffnet bereits vor Schulbeginn, sodass die Kinder hier schon frühstücken können. Im Normalfall hat der Hort dann bis 16 Uhr geöffnet, sodass die Kinder in unterrichtsfreien Stunden und nach der Schule hier unterkommen können. Der Späthort hat noch längere Öffnungszeiten, sodass auch Kinder, deren Eltern sehr spät nach Hause kommen, noch weiter betreut werden. 

Der Hort erfüllt nicht nur eine reine Betreuungsfunktion, sondern besitzt auch eine Erziehungs- und Bildungsfunktion. Eine Kernaufgabe des Hortes ist daher die Hausaufgabenbetreuung, aber auch die Beschäftigung der Kinder mit spielerischen und sinnvollen Freizeitaktivitäten sowie die Versorgung mit einem warmen Mittagessen gehören dazu. Wie auch in der Schule sollen den Kindern hier wesentliche inter- und intrapersonale Schlüsselkompetenzen vermittelt werden. Eine Betreuung im Hort stellt somit nicht nur sicher, dass Ihr Kind nach der Schule in guten Händen ist, sondern auch eine sinnvolle Ergänzung zur Schulbildung dar. 

Zu diesen wesentlichen Schlüsselkompetenzen, die im Hort vermittelt werden sollen, gehören z.B. die soziale und personale Kompetenz. Das Miteinander in der Gruppe sowie die eigene Persönlichkeit sollen gestärkt werden. Ebenfalls sollen sprachliche, künstlerische und musikalische Kompetenzen gefördert werden, indem im Hort bspw. gemeinsam gemalt oder musiziert wird. Bewegung und Sport gehören auch in das Freizeitprogramm eines Hortes, denn so werden die motorischen Fähigkeiten der Kinder und selbstverständlich auch ihre körperliche Gesundheit unterstützt. Letztlich sollen im Hort natürlich auch Wissen und Freude am Lernen vermittelt werden. 

Hortplatz rechtzeitig anmelden

Im Gegensatz zu einem Kindergartenplatz besteht i.d.R. kein Anspruch auf einen Hortplatz (§ 24 SGB VIII). Nur vereinzelte Bundesländer wie z.B. Brandenburg sichern einen Rechtsanspruch auf einen Hortplatz in Ihrem Landesrecht zu. Die sonst einzige Methode, einen Hortplatz für Ihr Kind zu bekommen, ist die rechtzeitige Anmeldung und der Nachweis eines Arbeitsverhältnisses. Doch selbst dann kann es Probleme geben, denn oftmals gibt es viel zu wenig Hortplätze. Viele Eltern vergleichen die Zusage eines Hortplatzes daher mit einem Sechser im Lotto.

Betreuung in den Ferien

Viele Horte haben auch in den Schulferien geöffnet, sodass Ihr Kind auch dann betreut werden kann, wenn Sie bei Ihrer Arbeit keinen Urlaub bekommen, nicht genügend Urlaub nehmen können, um Ihr Kind die ganzen Ferien selbst zu betreuen oder sonst keine Möglichkeit haben, Ihr Kind z.B. von Familie oder Freunden beaufsichtigen zu lassen. Meistens werden dann spezielle Ferienprogramme angeboten. Die Öffnungszeiten des Hortes können in den Ferien jedoch abweichen.

Ganztagsschule vs. Hort

Die Verbreitung von Horten ist in den neuen Bundesländern stärker, in den alten Bundesländern hingegen dominieren eher Ganztagsschulen. Es ist jedoch ein Ausbau der Ganztagsschulen zu beobachten. Es werden offene und gebundene Ganztagsschulen unterschieden. In einer offenen Ganztagsschule muss das Betreuungsangebot nicht genutzt werden und kann auch flexibel nur an einzelnen Nachmittagen in Anspruch genommen werden. Bei gebundenen Ganztagsschulen hingegen verteilt sich der Pflichtunterricht sowohl auf den Vormittag als auch auf den Nachmittag, wechselt dafür jedoch mit Erholungs- und Bewegungsphasen, um geistiger Erschöpfung und Überforderung vorzubeugen.